• VIHUMA

Die Meinung der anderen




Der Plan war einfach: Ein Besuch auf dem Markt soll ein wenig Abwechslung in den Tag bringen. Und so macht sich in einer Fabel aus dem Mittelalter ein älterer Mann mit seinem Sohn auf dem Weg zur Stadt. Er selber reitet auf einem Eselchen, der Junge geht plaudernd neben ihm her. Doch allzu schnell ist ein Kritiker zur Stelle: „Der Erwachsene reitet und der Junge muss zu Fuss gehen!?“


Ein Kritiker ist schnell zur Stelle.

Der Vater nimmt sich die Worte des Empörten zu Herzen, steigt vom Esel und lässt seinen Sohn reiten. Weit sind sie noch nicht gekommen, als sich bereits weitere Kritik vernehmen lässt: „Was soll das? Ein junger, gesunder Mensch nimmt seinem alten Vater den Platz auf dem Esel weg?“

Um auch dieser Kritik gerecht zu werden, setzt sich der Vater hinter seinen Sohn. Gemeinsam reiten sie so der Stadt zu und vertreiben sich plaudernd die Zeit.

Die Ruhe währt nicht lange, und es kommt, wie es kommen muss. Weil jeder seine Sicht der Dinge für die richtige hält, hat schnell einmal jemand Mitleid mit dem Eselchen, das zwei Menschen tragen muss, und kritisiert die beiden Reiter.


Jeder hält seine Sicht der Dinge für die richtige.

Natürlich steigen sofort beide runter und nehmen den weiteren Weg unter die eigenen Füsse, während das Eselchen hinter ihnen herzottelt.

Es kommt wie es kommen muss: Auch für diese Variante ernten die beiden Kritik; und eine Portion Spott obendrein, der von den Menschen genau so gerne und grosszügig verteilt wird: Wozu der Esel, wenn er gar nichts tragen muss?


Kritik und Spott werden gerne und grosszügig verteilt.

Vater und Sohn sehen sich ratlos an. Es gibt nur noch eine Lösung, die sie noch ausprobieren können: Gemeinsam tragen sie den Esel. Und ernten dementsprechend viel Gelächter und Spöttereien von den Menschen, die ihnen auf dem Weg begegnen.

Ob und wie die beiden die Stadt erreicht haben, lässt der Fabelerzähler offen. Dafür gibt er eine Moral der Geschichte, die uns auch im eigenen Alltag helfen kann: Weil die Menschen nur auf das Äussere schauen und leicht zu Kritik greifen, kann man es in ihren Augen nie richtig machen. Darum soll man nicht so sehr auf die anderen hören, sondern in seinem Inneren suchen, was der richtige Weg, bzw. das richtige Handeln ist.


In diesem Sinne möchten wir Euch einladen, den eigenen Weg zu suchen an unserem nächsten Lichtabend vom


  • Donnerstag, 9. Dezember 2021, ab 19 Uhr.


Wie immer bitte anmelden über die Homepage oder per Mail vihuma@bluewin.ch



Herzliche Adventsgrüsse

Victoria & Hubert