Das Offensichtliche im Auge behalten



Der griechische Dichter Aesop erzählt in einer seiner Fabeln von zwei Männern, die sich auf den Weg in eine andere Stadt machen, um dort Geschäfte zu tätigen. Sie haben grosse Pläne und deshalb drehen sich ihre Gespräche vor allem darum, wen sie sehen werden, was sie sagen werden, was sie tun werden. Denn gedanklich sind sie bereits am Ziel und in der Zukunft.


Gedanklich sind wir oft in der Zukunft.

Gegen Mittag, die Sonne brennt schon heiss vom Himmel, halten sie Ausschau nach einem gemütlichen Ort für die Rast. Schnell werden sie fündig und machen es sich unter einer Platane gemütlich. Während sie rasten, sich verpflegen und unterhalten, kommen sie in ihrem Gespräch auch auf die Platane zu sprechen. Beide sind sich einig:“Was für ein nutzloser Baum für die Menschen; er trägt ja nicht einmal Früchte, die man ernten könnte.“

Da mischt sich die Platane in ihr Gespräch ein und sagt:“Wie wenig Dank ihr zeigt! Habt ihr schon vergessen, dass ihr in meinem Schatten sitzt?“


Das gegenwärtige Gute wird schnell vergessen.

Die Fabel mag kurz sein, bietet aber viele Anregungen, das eigene Tun und Handeln wieder einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Wie oft können wir den Einwand der Platane auf uns selber beziehen? Im Alltag geht so schnell vergessen, wie viel Gutes wir erfahren. Wir nehmen es einfach an, ohne Dankbarkeit. Oder noch schlimmer: Wir bemerken das Gute gar nicht, weil wir auf anderes achten oder ganz andere Dinge suchen.

Höchste Zeit also, wieder einmal inne zu halten und den Blick zu richten auf all die Platanen in unserem Leben, die uns tagtäglich Freude und Annehmlichkeiten schenken.

In diesem Sinne möchten wir Euch einladen zu unserem nächsten Lichtabend am


  • Donnerstag, 10. März 2022, ab 19 Uhr


Wie immer bitte anmelden über die Homepage oder per Mail info@vihuma.net




Herzliche Grüsse

Victoria & Hubert